Dazwischen liegen viele Stunden draußen an der frischen Luft. Kinder sind gelaufen, haben Steine gesammelt, Tiere beobachtet, Wasser gestaut und Wege entdeckt. Im Pflerschtal braucht es nicht immer ein großes Programm. Manchmal reicht ein Bach, ein Stock und genügend Zeit.
Wenn die Familie später zurück ins Zimmer kommt, wird es langsam stiller. Die Jacken bleiben an der Garderobe, die müden Füße baumeln vom Bett und beim Abendessen werden noch einmal die wichtigsten Erlebnisse erzählt. Wer war heute am schnellsten oder welcher Stein durfte mit nach Hause?
Danach beginnt jener Teil des Tages, der auch im Urlaub vertraut bleibt. Zähneputzen, Schlafanzug anziehen, das Lieblingskuscheltier ins Bett legen. Vielleicht gibt es noch eine Geschichte, vielleicht wird nur kurz darüber gesprochen, was morgen auf dem Plan stehen könnte.
Gerade diese bekannten Rituale fühlen sich nach einem Tag voller neuer Eindrücke besonders gut an. Sie holen ein kleines Stück Zuhause mit in die Berge und geben dem Abend seinen gewohnten Rhythmus.
Ob Kinder in den Bergen tatsächlich besser schlafen, lässt sich nicht pauschal sagen. Aber ein Tag an der frischen Luft, viel Bewegung und Zeit miteinander kann auf eine ganz angenehme Weise müde machen. Nicht, weil besonders viel geschafft wurde, sondern weil der Tag mit echten Erlebnissen gefüllt war.
Und während draußen das Pflerschtal langsam dunkel wird, werden drinnen die Stimmen leiser. Noch eine Seite im Lieblingsbuch, ein letzter Gedanke an den Bach, das Pony oder den schönsten Fund des Tages. Dann fallen die Augen zu. Nicht, weil der Tag vollgepackt war, sondern weil er erfüllt war mit neuen Eindrücken, mit frischer Luft, Bewegung, kleinen Entdeckungen und Zeit miteinander.

